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gandra
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Die Handelsstrategie

on Sun Jun 28, 2015 3:35 pm
WARUM EINE HANDELSSTRATEGIE


Die Handelsstrategie ist das Regelwerk des Traders. Sie ermöglicht es, Emoti-onen bei der Entscheidungsfindung auszuschalten und Handelsergebnisse wiederholbar zu machen. Nur wer sich klare Kriterien für „Richtig“ und „Falsch“ definiert, kann Fehler als solche erkennen und analysieren. Aus der Fehleranalyse können wiederum Verhaltensänderungen abgeleitet werden.

BESTANDTEILE EINER HANDELSSTRATEGIE


Eine tragfähige Handelsstrategie gibt Antworten auf alle eventuell im Markt auftretenden Fragen. Sind die zu handelnden Zeitfenster, Märkte und Instru-mente definiert, so muss die Handelsstrategie folgendes bieten:


  • Charteinstellungen und zu verwendende Indikatoren
  • Setups für verschiedene Marktphasen
  • Einstiegssignale sowie Signale für den Wiedereinstieg
  • Positionsgrößen-Bestimmung
  • Positionsmanagement im Geld, am Geld, aus dem Geld
  • Stopkurs-Management (Initialer Stop, Gewinnsicherungs-Stop, Ge-winnmitnahme-Stop)
  • Gewinnziel-Definition
  • Ausstiegs-Signale
  • Verhalten bei Verlassen des Handelsplatzes
  • Fehleranalyse
  • Verhalten bei unvorhergesehenen Ereignissen
  • Die Checkliste im Anhang ermöglicht, eine individuell zugeschnittene Han-delsstrategie zu erarbeiten.


ARTEN VON HANDELSSTRATEGIEN


Gemeinhin werden Handelsstrategien unterschieden in

TRENDFOLGESTRATEGIEN


Trendfolgestrategien sind die profitabelsten Strategien überhaupt. Zu ihren Besonderheiten gehört eine niedrige Trefferquote, was vielfach emotionale Schwierigkeiten bereitet. Außerdem ist das Laufen lassen von Gewinnen für viele Trader problematisch, insbesondere durch die zwischenzeitlich auftre-tenden Korrekturen. „Geld verdienen durch Nichtstun“ fällt auf Grund unbe-wusster sozialer Konditionierungen schwer.

AUSBRUCHS-STRATEGIEN


Sie erfordern geduldiges Beobachten von Instrumenten in einer Seitwärts-Range. Kommt es zum Ausbruch, ist energisches Handeln notwendig, die Zeit im Markt beträgt nur ein Bruchteil der Zeit, die mit dem „Zuwarten“ ver-bracht wurde. Das Gewinnziel sollte vorher quantifiziert werden und bei Er-reichen desselben ist die Position diszipliniert zu schließen.

SWING-STRATEGIEN


In Seitwärtsmärkten bieten Widerstände und Unterstützungen attraktive Ein- und Ausstiegspunkte und ermöglichen eine überdurchschnittliche Trefferquo-te. Swing-Trader sind ständig im Markt positioniert und drehen die Positio-nen an den oberen und unteren Begrenzungen der Trading-Range. Das Ge-winnpotential jedes einzelnen Trades ist begrenzt. Diszipliniertes Stop-Management ist ein Muss.

KONTRA-TREND-STRATEGIEN


Diese Spekulation gegen den Haupttrend erfordert viel Aufmerksamkeit und Erfahrung, da der übergeordnete Trend jederzeit – oft auch sehr schnell – wieder aufgenommen werden kann.

DIE UMSETZUNG EINER HANDELSSTRATEGIE


Märkte ändern sich – und die Kunst des Traders besteht darin zu erkennen, in welcher Markt-Phase sich der Markt derzeit befindet. Ist es ein Aufwärts-, Abwärts- oder Seitwärts-Markt? Dementsprechend wählt der Trader zunächst die passende Strategie aus.Danach müssen die generierten Signale konsequent umgesetzt und die ge-troffenen Entscheidungen minutiös dokumentiert werden. Dies ist die Vo-raussetzung für eine kontinuierliche Verbesserung der Handelsergebnisse.

Ein Paradox des Marktes besteht darin, dass auch mit einer richtigen Han-delsentscheidung (getreu der Handelsstrategie) Geld verloren werden kann, wohingegen eine systemisch falsche Entscheidung trotzdem ein positives fi-nanzielles Ergebnis produzieren kann. Beide Phänomene treten auf – aber sie sind nicht dazu angetan, langfristige Erfolge in den Finanzmärkten zu bewir-ken.
Vielmehr geht es darum, sich einen statistischen Vorteil über eine große An-zahl von Trades zu verschaffen, auch wenn das Ergebnis eines einzelnen Tra-des immer zufällig ist.

Gerade hier zeigt sich die Bedeutung einer Handelsstrategie: Emotionen sol-len möglichst unter Kontrolle gehalten werden. Wichtige Eckpunkte des Han-delsverhaltens werden definiert, bevor der Trader in der emotionalen Zange der Gefühle Angst, Gier, Hoffnung oder Verzweiflung gefangen ist. Ein Blick auf die nüchtern niedergeschriebene Strategie gibt dem Händler genau vor, an welcher Stelle er wie zu entscheiden hat.
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gandra
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Re: Die Handelsstrategie

on Sun Jun 28, 2015 3:39 pm
HANDELSPRAXIS

DIE HANDELSVORBEREITUNG


Zur Handelsvorbereitung gehört die Analyse des Vortages:

  •  Wie haben wichtige Aktienindizes geschlossen.
  •  Welche Handelstermine oder Nachrichten werden heute erwartet?
  •  Welche Widerstände/Unterstützungen liegen im Markt?


DAS EINSTIEGSSIGNAL


Da die Strategie genau die Frage beantwortet, wann eine Position eröffnet wird, heißt es, auf dieses Signal zu warten. Ein häufig gemachter Fehler ist die „vorauseilende“ Umsetzung eines Signals. Ein sauber definiertes Signal lässt keinerlei Interpretation zu.

DAS POSITIONSMANAGEMENT


Ist eine Position einmal eröffnet, so ist als erstes ein Stop zu setzen, um das Risiko zu minimieren. Die Handelsstrategie beantwortet die wichtigsten Fra-gen nach dem Positionsmanagement: Wann wird die Position geschlossen, wenn sie in den Verlust läuft? Was wird getan, wenn sich eine Position über-haupt nicht bewegt? Was tun, wenn die Position in meine Richtung läuft?

STOPS SETZEN UND MANAGEN


Der Verlustbegrenzungs-Stop: Dieser Stop funktioniert als „Airbag“, d.h. er ist keine Ausstiegs-Strategie, sondern lediglich die „Notbremse“. Daher muss er so weit weg gesetzt werden, dass er nicht versehentlich angetriggert wird. Bei der Risikoberechnung ist dieser Stop zugrunde zu legen. Gern genutzt werden hier Vielfache der Average True Range, eines volatilitätsbasierten In-dikators, der die Zone des Marktrauschens bestimmt.
Der Break-Even-Stop: Läuft eine Position zügig in den Gewinn, sichert ein Stop auf Höhe des Einstiegskurses (plus evtl. Gebühren), dass die Position nicht mehr ins Risiko rutscht. Der Break-Even-Stop sollte ebenfalls das Marktrauschen berücksichtigen, d.h. nicht sofort unter dem aktuellen Kurs gesetzt werden, sobald der erste kleine Buchgewinn auftritt.

Der Gewinn-Sicherungs-Stop: Ist ein akzeptabler Gewinn (z.B. in Höhe des eingegangene Risikos) aufgelaufen, kann man durch einen Gewinn-Sicherungs-Stop vermeiden, dass eine Position, die einmal im Gewinn war, wieder in den Verlust läuft. Man sichert beispielsweise 25 % des maximalen Buchgewinnes durch einen Stop ab.
Gewinn-Mitnahme-Stop: Ist das Gewinnziel erreicht, wird der Stop aggressiv nachgezogen. So wird sichergestellt, dass der Trend – falls er noch im Gange ist – weiter mitgenommen wird, aber auch, dass ein Gewinn in jedem Fall er-halten bleibt.

DAS AUSSTIEGSSIGNAL


Hier ist in der Handelsstrategie zu definieren, wie der Ausstieg erfolgen soll. Das fest definierte Gewinnziel kann durch den Ausstieg mit einer Limit-Order realisiert werden. Denkbar ist auch der Teilverkauf der Position mit einer Li-mit-Order, während ein zweiter Teil der Position weiter gehalten wird. Aber auch der Ausstieg per Stop-Order ist möglich.

DIE HANDELSNACHBEREITUNG


Nach Abschluss des Trades ist dieser sorgfältig auszuwerten. Dazu helfen Auf-zeichnungen über Ein- und Ausstiegspunkte mit den dazugehörigen Uhrzei-ten, über die Signale, denen man gefolgt ist. Umfangreiche Vorlagen hierfür sind im Anhang zu finden.

Das Excel-Trade-Protokoll:
Eine Excel-Tabelle über Gewinne und Verluste, Gebühren und Zinsen ver-sachlicht die Ergebnisse. Die Filterfunktion ermöglicht Auswertungen bei-spielsweise nach profitablen Handelszeiten, Handelssignalen oder der Halte-dauer von Gewinnen und Verlusten.

Die Equity-Tabelle:
In bestimmten Zeitabständen, beispielsweise einmal monatlich, wird sie ge-nutzt, um die langfristige Performance zu messen, die 2 %-Risikogrenze pro Trade und das 6 %-Limit für das Moneymanagement zu definieren.

Das Handelstagebuch:
Handel bedeutet auch und vor allem emotionalen Stress. Durch kurze, aber aussagekräftige Aufzeichnungen der Emotionen und der dazugehörigen Situa-tionen können Sie kontrollieren, wann immer wieder Emotionen von Ihnen Besitz ergreifen und diese Situationen bewusst vorausplanen bzw. umgehen.
Vielleicht stellen Sie fest, dass Sie relativ ruhig werden, wenn eine Position in den Verlust läuft, aber im Gewinn zunehmende Nervosität sich breit macht. Wenn Sie dieses Verhalten immer wieder beobachten, können Sie es gezielt bekämpfen. Beispielsweise verkleinern Sie eine Position im Gewinn vielleicht, bis sie wieder „ruhig schlafen“ können.Nervosität geht oft auch mit zu hohen Risiken einher. Hier hilft es, die Positi-onsgröße zu verkleinern.

Ausdrucke von Charts und eingegangenen Trades:
Sie helfen, Distanz zum eigenen Handelsverhalten zu gewinnen. Für die Re-chenschaft sich selbst gegenüber, aber auch gegenüber Dritten oder für rück-blickende Analysen sind diese Aufzeichnungen wichtig. Sie verdeutlichen den Reifeprozess des Traders.
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Re: Die Handelsstrategie

on Sun Jun 28, 2015 3:42 pm
DIE FEHLERANALYSE

Eine klare Fehleranalyse kann nur erfolgen, wenn tatsächlich eine Handels-strategie umgesetzt wurde. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen Fehlern, d. h. vermeidbaren Regelverletzungen, und Verlusten, die sich trotz Einhaltung des Regelwerkes nicht vermeiden lassen. Bei einer statistisch relevanten An-zahl von Trades (mehr als 100) wird eine bestimmte Fehler-Häufung auftre-ten. Oftmals ist es nur eine Handvoll Fehler, die für einen Großteil der Verlus-te verantwortlich ist. Werden diese dann ausgemerzt, verbessert sich die Per-formance dramatisch. Die Erkenntnisse sind dabei oft so simpel wie beein-druckend. Beispielsweise kann sich ergeben, dass ein Trader vormittags im-mer gute Resultate erzielt, während er nachmittags nur Verluste produziert. Durch einen einfachen Ausschluss des Nachmittagshandels fallen Verluste weg und die Performance verbessert sich spürbar.

by Nils Gajowiy


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