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gandra
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Risiko Management und Money Management

on Sat Jun 27, 2015 5:26 pm
Money-Management: Bezeichnet die Verwaltung Ihres Kontoguthabens, insbesondere das Gesamtrisiko für Ihr Konto durch alle offenen Positionen.
Risiko-Management: Bezeichnet das Positionsrisiko eines einzelnen Tra-des.

Risiko, Verlust und fataler Verlust

Trading ist eine unternehmerische Tätigkeit und jedes Geschäft impliziert ein gewisses Risiko. Kein Risiko hat nur, wer nicht handelt. Jeder Trade ist im Moment der Positionseröffnung einem Risiko ausgesetzt. Verschiedene Pro-dukte haben verschieden hohe Risiken. Allerdings kann der Trader dieses Ri-siko von Anfang an kalkulieren. Entwickeln sich die Kurse gegen die erwartete Richtung, wird der Trade mit einem erträglichen finanziellen Verlust ge-schlossen. Jeder Unternehmer plant ein gewisses Risiko ein – der Gemüse-händler, der Bäcker, der Autohändler, große Versicherungskonzerne etc. Die Kunst besteht darin, dieses Risiko zu managen. Das Risiko ist die einzige Grö-ße, die ein Trader vor Eingehen einer Position bereits kennt und kontrollieren kann. Der Ausgang eines einzelnen Trades hingegen ist immer zufällig!
Ein fataler Verlust hingegen bedeutet, unkalkulierte Risiken einzugehen und diese nicht oder unzureichend zu managen.

Das Risiko berechnen

Erfahrene Trader riskieren pro Trade nicht mehr als 1 – 2 % ihres Kontogut-habens, oft sogar weniger. Dies erhöht die langfristige Überlebensdauer, wie die nachfolgende Tabelle zeigt.
Summieren sich die Verluste im Laufe eines Monats auf 6 % des Kontogutha-bens am Monatsanfang, so empfiehlt beispielsweise der amerikanische Trader Dr. Alexander Elder, den Handel bis zum Monatsende einzustellen.


Bei einem Kontoguthaben von 10.000 Euro riskiert der Trader pro Trade also höchstens 200 Euro. Auch nach 25 Verlust-Trades in Folge verfügen Trader noch über mehr als 60 % ihres Kontoguthabens. Wer 3 % pro Trade riskiert, hat nach 25 Verlust-Trades sein Konto auf 46,7 % reduziert, bei 6 % pro Trade sind knapp 80 % des Kontoguthabens verloren.

Lohnenswerte Chancen erkennen

An den Kapitalmärkten gibt es eine Unzahl von Chancen. Wie kann man die lohnenden Chancen selektieren? Ein Unternehmer schätzt vor jedem Geschäft ab, wie groß der zu erwartende Gewinn im Vergleich zum eingegangenen Ri-siko ist. Im Trading ist das ähnlich: Beispielsweise anhand der Technischen Analyse lassen sich Gewinnpotentiale von Trades ermitteln. Anhaltspunkte können sein:

  • Wo wartet die nächste Widerstandslinie (bei Long-Positionen) oder Unter-stützung (bei Short-Positionen)?
  • Befindet sich der Preis des Instruments ober- oder unterhalb bestimmter Gleitender Durchschnitte?
  • Befindet sich der Preis an der oberen/unteren Kanalbegrenzung eines Trend-kanals?
  • Kann ich mit einer Limit-Order und etwas Geduld vielleicht günstiger in den Markt einsteigen?


Wer kaufen möchte, sollte darauf achten, dass er in günstig bewertete, hochvolumige, trendstarke und fundamental gesunde Titel einsteigt. Wer ver-kaufen möchte, sollte darauf achten, dass er teuer hochvolumige, trendstarke und fundamental schwache Titel verkauft. Im Aktienmarkt helfen bei der Chancen-Auswahl zunächst die Index-Analysen, dann die Sektoren-Indizes. Aus den trendstärksten Sektoren werden die stärksten Titel für die Long-Chancen und die schwächsten Titel für die Short-Chancen herausgesucht. Lohnenswerte Chancen zu erkennen ist eine Arbeit, die sich anhand eines de-finierten Entscheidungsbaumes erleichtern lässt.

Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV)

Bei Positionseröffnung geht der Trader von vornherein ein bestimmtes Risiko ein. Dieses Risiko lohnt sich nur, wenn das Gewinnpotential des Trades min-destens doppelt so groß ist.
Wird die erwartete Chance durch das kalkulierte Risiko dividiert, erhält man das Chance-Risiko-Verhältnis.
Beispiel: Unser Kaufkurs liegt bei 40,00 Euro, bei 38,00 Euro sehen wir eine Möglichkeit den Verlustbegrenzungsstop zu setzen. Liegt unser Kursziel bei 45,00 Euro, beträgt der erwartete Gewinn pro Aktie bei 5,00 Euro. Dem steht ein Risiko pro Aktie von 2,00 Euro gegenüber.

5,00 Euro Chance : 2,00 Euro Risiko = 2,5
Ein lohnenswertes Chance-Risiko-Verhältnis.

Positionsgröße und Money-Management

Die nächste Frage ist: Wie viel Stücke darf ich kaufen? Will ich von meinem 10.000 Euro großen Konto nur 2 % riskieren, wären das 200,00 Euro. Das Ri-siko je Aktie beträgt 2,00 Euro.

Dividiert man jetzt das zulässige Gesamtrisiko der Position durch das Risiko je Aktie, ergibt sich die höchstens zulässige Gesamtstückzahl:
200,00 Euro : 2,00 Euro/Aktie = 100 Aktien.
Abstrahiert man von den Gebühren, könnte der Trader also 100 Ak-tien kaufen.
Die aufgebaute Position wäre hingegen wesentlich größer:
100 Stück x 40,00 Euro/Stück = 4.000,00 Euro
Das Kursziel sehen Sie bei 45,00 Euro, d.h. Sie rechnen mit einem Gewinn von 5,00 Euro/Aktie:
100 Stück x 5,00 Euro/Aktie = 500,00 Euro.

Rendite-Berechnungen werden anhand des Marginsatzes vorgenommen:
5 % auf 4.000,00 Euro Positionsgröße = 200 Euro Margin.
500 Euro Gewinn : 200 Euro Margin = 150 % Rendite.


Berechnungsbeispiele

Unterschiedliche Einstiege haben oftmals dramatische Auswirkungen auf die Performance, wie an folgendem Beispiel deutlich wird. Trader A nutzt seine Chance sofort zum Einstieg in die Long-Position mit einer Kauf-Market-Order. Trader B hingegen steigt erst nach einer weiteren Bestätigung des wie-der aufgenommenen Trends mit einer Kauf-Stop-Order ein. Trader C übt sich ebenfalls in Geduld. Er platziert allerdings eine Kauf-Limit-Order und steigt später zu einem günstigeren Preis ein. Alle drei Trader riskieren den gleichen Geldbetrag – 200,00 Euro. Die Gewinne weichen bei identischer Kursent-wicklung signifikant voneinander ab.


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