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gandra
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Indikatoren

on Sat Jun 27, 2015 11:09 pm
Technische Indikatoren sind das Ergebnis mathematischer Analysen von Preis, Zeit und Umsatzentwicklungen. Sie werden klassifiziert in trendfolgen-de Indikatoren, Oszillatoren, dynamikmessende und volatilitätsmessende In-dikatoren. Die Analyse des Traders muss also damit beginnen, zu bestimmen, ob sich der Markt in einer trendstarken oder trendschwachen Phase befindet. Dementsprechend muss er entscheiden, ob er mehr den trendfolgenden Indi-katoren oder den Oszillatoren Beachtung schenkt.


Trendfolger spiegeln mit einer gewissen Zeitverzögerung die vorherrschende Bewegungsrichtung in einem Markt wider und helfen beispielsweise, Trend und Korrekturen auseinander zu halten. Sie funktionieren gut in tendierenden Märkten, geben in Seitwärtsmärkten gehäuft Fehlsignale. Ihre Besonderheit ist eine gewisse Trägheit.

Oszillatoren (z. B. Stochastik, Momentum) definieren gut extreme kurzfristi-ge Marktzustände – überkaufte oder überverkaufte Situationen etwa. In Seitwärtsmärkten geben Sie gute Hinweise auf Ein- und Ausstiege. In Trend-märkten dürfen nur Signale gehandelt werden, die in Richtung des Trends weisen. Oszillatoren bilden in Trends aussagekräftige Divergenzen aus, die bevorstehende Korrekturen oder Umkehren signalisieren können.

Dynamikmessende Indikatoren
(z. B. Directional Movement Indicator u.a.) liefern Hinweise auf die Bewegungsdynamik im Markt – befindet sich das zu untersuchende Instrument in einer Trend- oder einer Seitwärtsphase. Sie ge-ben keine Auskunft über die Richtung eines Trends, sondern nur darüber, ob ein Trend überhaupt gegeben ist.

Volatilitätsmessende Indikatoren (z. B. Bollinger Bänder, Average True Ran-ge) geben Hinweise auf die Schwankungsfreudigkeit des Marktes. Sie deuten auf volatile oder träge Märkte hin und können für die Prognose bevorstehen-der Ausbrüche oder Kursberuhigungen angewandt werden. Zeitpunkt, Stärke und Richtung von Ausbrüchen lassen sich jedoch nicht ermitteln.

Der Gleitende Durchschnitt

Gleitende Durchschnitte gehören zu den sinnvollsten und simpelsten Indika-toren. Während der augenblickliche Preis eines Handelsinstruments den Kon-sens aller Marktteilnehmer über den augenblicklichen fairen Wert darstellt, ist der Gleitende Durchschnitt der Konsens der Marktteilnehmer über den fai-ren Wert eines Handelsinstrumentes betrachtet auf eine bestimmte Zeitperio-de. Im Tageschart bildet ein Gleitender Durchschnitt mit fünf Perioden also den fairen Wochendurchschnittspreis eines Handelsinstrumentes ab.

Ein 21-Perioden–GD repräsentiert den fairen Wert des Instrumentes berechnet auf den Handelsmonat. Am Zustandekommen eines solchen Gleitenden Durch-schnitts sind (mathematisch-statistisch betrachtet) sehr viel mehr Daten be-teiligt, als am augenblicklichen Preis. Das hat zur Folge, dass der Preis immer die Tendenz hat, sich dem Gleitenden Durchschnitt zu nähern. Charttechnisch bedeutet das, dass ein Preis immer die Tendenz hat, um Gleitende Durch-schnitte zu oszillieren.

Bei der Berechnungsmethode ist der Exponentielle Gleitende Durchschnitt meist besser für den Handel geeignet als der Einfache Gleitende Durchschnitt, da er psychologischen Komponenten (stärkere Gewichtung der letzten Han-delsperioden) entsprechend berücksichtigt.

Tageschart des German30 mit zwei Exponentiellen Gleitenden Durchschnitten (EMA) von 5 und 21 Perioden. Der Steigungswinkel gibt die Trendrichtung an, Rücksetzer an den EMA dienen häufig als Einstiegsgelegenheiten mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis (grüne Pfeile im Auf-, roter Pfeil im Abwärtstrend).

Der Commodity Change Index(CCI)

Dieser Indikator wurde entwickelt, um saisonale Schwankungen an Waren-terminmärkten (Zyklen) zu visualisieren. Der CCI berechnet den Abstand zwi-schen dem Kurs und dem Durchschnitt der letzten x Tage, geteilt durch 1,5% von der Standard-Abweichung. Werte über 100 signalisieren überkaufte Marktzustände, Werte unter -100 signalisieren überverkaufte Zustände. Der CCI geht von einem „typischen Preis“ (Kurs) aus und ermittelt das Maß der Abweichung des typischen Kurses von einem gleitenden Durchschnitt. Der Gleitende Durchschnitt hat üblicherweise die Periodenlänge 14.

Der CCI wird vorwiegend im Tages- und Wochenchart verwendet und zeigt brauchbare Signale in Trading-Ranges. Während stabiler Trends zeigt er we-nig brauchbare Signale, wenn, dann lediglich in Trendrichtung. Eine Divergenz zwischen der Kursentwicklung und dem Indikator deutet auf möglicher-weise bevorstehende Trendwechsel hin.

Der Tageschart des German30 mit dem CCI-Indikator im unteren Fenster. Es ist zu er-kennen, daß während der Aufwärtsbewegung der überkaufte Zustand (>100) lange an-hält, dieser Indikator also keine brauchbaren Signale liefert. Die blauen Linien weisen auf Divergenzen hin – neue Preis-Tiefs und -Hochs werden im Indikator nicht unter-stützt. Eine Korrektur steht möglicherweise bevor.


Die Stochastik

Die Stochastik nutzt die Beobachtung, dass bei Kursrückgängen Schlusskurse mehr zu den Perioden-Tiefstkursen tendieren und umgekehrt bei Kursanstie-gen die Schlusskurse mehr zu den Höchstkursen tendieren. Sie untersucht, in welchem Bereich der Handelsspanne der letzten x betrachteten Perioden das Instrument geschlossen hat. Der Indikator wird durch zwei Linien gebildet, eine %K und eine %D-Linie. Beide oszillieren in einem Bereich von 0 bis 100.
Die %K-Linie wird wie folgt errechnet:
%K = (C-LC) / (HH-LL)
Dabei ist: LC: tiefster Schluss der Periode;
HH: höchstes Hoch der Periode;
LL: tiefstes Tief der Periode;
C: Schlusskurs der aktuellen Periode.
Die %D-Linie, die zweite Linie, ist der Gleitende Durchschnitt der Linie %K, meist in einer Periode von 3 oder 5. Die %K-Linie selbst wird auf 14 Perioden berechnet und mit der Periode 3 geglättet.
Im Indikatorfenster begrenzen zwei horizontale Linien bei 20% und 80% den überkauften (oberhalb von 80%) und den überverkauften Bereich (unterhalb von 20%).

Dieser oszillierende Indikator wird angewandt, um überkaufte und überver-kaufte Situationen zu erkennen, er gibt Signale beim Verlassen dieser Berei-che. Voraussetzung für gültige Signale ist, dass der Markt sich in einer Seitwärtsphase befindet. In Trendmärkten werden nur Signale befolgt, die in Richtung des übergeordneten Trends gerichtet sind.

Ein Kaufsignal wird generiert, wenn die %K-Linie die %D-Linie im überver-kauften Bereich (unterhalb von 20%) von unten nach oben schneidet und die %K-Linie dann über die 20%-Linie steigt.
Analog wird ein Verkaufssignal generiert, wenn die %K-Linie die %D-Linie im überkauften Bereich (oberhalb von 80%) von oben nach unten schneidet und die %K-Linie dann unter die 80%-Linie fällt.

Der German30 im Tageschart mit dem Stochastik-Indikator. Deutlich zu erkennen, dass während der Aufwärtstrendphase von Mitte März bis Ende Mai 2009 der Indikator durchgängig im überkauften Bereich verweilt – eine Besonderheit von Oszillatoren. Ab Anfang Mai bis Anfang Juni divergiert die Stochastik bearish mit der Kursentwicklung – die Korrektur von Anfang Juni 2009 kündigt sich an. Die Korrektur endet mit einer bul-lishen Divergenz.
Divergenzen zwischen dem Indikator und dem gehandelten Instrument die-nen als Indiz für bevorstehende Trendwechsel.

Das Momentum

Das Momentum beschreibt die relative Veränderung des Preises über eine frei wählbare Periode. Dargestellt wird die Stärke der Kursschwankung und die wellenförmige Zyklik des betrachteten Instrumentes. Das Momentum dient somit als „Schwungkraft-Messer“ von Trends.

Das Momentum kann absolut oder in Prozent angezeigt werden. Bewegt es sich oberhalb der Null-Linie, ist die Aufwärtsbewegung intakt, unterhalb der Null-Linie liegt ein intakter Abwärtstrend vor. Stimmen Kurstrend und die Richtung des Indikators überein, ist der Trend stabil, divergieren sie, liegt meist ein Signal für einen bevorstehenden Trendwechsel vor.

Der Tageschart des German30 mit dem Momentum. Erkennen Sie die Divergenzen?

Der Parabolic Stop and Reverse(SAR)

Der SAR ist ein automatisches Umkehrsystem, das dem Trader eine vorherr-schende Bewegungsrichtung anzeigt. Der Händler ist ständig im Markt positi-oniert und erhält mit Hilfe des SAR Signale, wann eine Position zu drehen ist. Der Indikator kennzeichnet dabei als Stoppmarke die jeweiligen Extrempunk-te der vorangegangenen Bewegung. Der Stopp wird mit einem Beschleuni-gungsfaktor (parabolisch) nachgezogen, so dass zu Beginn eines Trends gro-ßer Spielraum für eine Position besteht, mit fortschreitender Zeit sich der Stoppkurs jedoch dem aktuellen Kursverlauf immer mehr annähert. Der Be-schleunigungsfaktor ist variabel. Wird der Stopkurs erreicht, wird die Position gedreht.

Vielfach wird der SAR für die Stop-Bestimmung genutzt, liefert aber für den Einstieg in einen Trade die Signale oft zu spät. Die Variablen des Stop-and-Reverse-Indikators sollten über einen längeren Zeitraum getestet werden.

Der Stundenchart des German30 mit dem Parabolic Stop-and-Reverse. Liegen die Indi-kator-Punkte unter dem Kurs, hält der Trader eine Longposition. Liegen die Indikator-Punkte über dem Kurs, wird eine Short-Position gehalten. Deutlich erkennbar ist, dass während der kurzen Korrekturen im Aufwärtstrend bestehende Positionen oft zu schnell geschlossen werden. Diese Besonderheit ist bei den Einstellungen zu beachten.

Das Directional Movement System

Hierbei handelt es sich genau genommen um zwei Indikatoren, den dyna-mikmessenden Indikator (ADX), gepaart mit den zwei Trendrichtungsanzei-gern des Directional Movement Indicators DMI (DI+ und DI-).
Befindet sich der ADX oberhalb von 20, so ist von einem Trendmarkt auszu-gehen, Werte unter 20 signalisieren einen Seitwärtsmarkt. Extreme Abfälle (unter 15) signalisieren oftmals eine bevorstehende Trendumkehr nach einer trendlosen Phase. Über die Trendrichtung sagt diese Linie (im Chart schwarz, mittleres Teilfenster) nichts aus.

Befindet sich die DI+-Linie (schwarz) oberhalb der DI—Linie (rot), so spricht man von einem Aufwärtstrend, im umgekehrten Falle von einem Abwärts-trend.
Berechnet werden die Linien wie folgt:
DI+=DM+/TR;
DI-=DM-/TR,
wobei TR=max[abs(Hoch-Tief);abs(Hoch-Vortagesschluss);abs(Tief- Vortagesschluss)]
DM+=max[0;Hoch-Vortageshoch]
DM-=max[0;Vortagestief-Tief]

Variabel ist die Einstellung der Periode für das Glätten der erhaltenen Linie nach dem Berechnungsmodell der Gleitenden Durchschnitte.
Schneidet DI- die Linie DI+ von unten nach oben, liefert das ein Kaufsignal; schneidet DI- die Linie DI+ von oben nach unten, wird ein Verkaufssignal ge-neriert. Wichtig dabei, dass der ADX einen beginnenden Trend signalisiert. In Seitwärtsphasen kommt es zu einer Vielzahl von nicht profitabel handelbaren Signalen.

Der Stundenchart des German30 mit dem ADX und dem DMI. Die horizontale 20%-Linie wurde manuell hinzugefügt, um die Unterscheidung von trendlosen und Trend-Phasen zu erleichtern. Die vertikale Linie signalisiert das letzte valide Kaufsignal auf diesem Chart.

Der Moving Average Convergence Divergence(MACD)

Dieser Trendfolgeindikator wurde von Gerald Appel 1978 entwickelt und 1979 der Öffentlichkeit vorgestellt. Er gehört zu den gebräuchlichsten und zuver-lässigsten Indikatoren der Gegenwart.
Der MACD misst die Differenz zwischen einem 12er und einem 26er Exponen-tiellen Gleitenden Durchschnitt. Diese Differenz wird als MACD-Linie darge-stellt. Auf diese wird wiederum ein Exponentieller Gleitender Durchschnitt mit der Periode 9 gebildet – dies ist die Signal- oder Trigger-Linie. Schließlich wird vom Wert der MACD-Linie der Wert der Signal-Linie subtrahiert und die Differenz als Histogramm an die Null-Linie angetragen. Ist die Differenz posi-tiv, werden grüne Balken nach oben abgetragen, anderenfalls negative Balken nach unten.
Der besondere Wert des MACD besteht in der frühzeitigen Ankündigung von bevorstehenden Bewegungsumkehren durch Divergenzen. Insbesondere im Wochenchart liefert das Histogramm hier relativ sichere Signale.
Für eine valide Divergenz müssen drei Punkte gegeben sein:

A) Preis und MACD-Histogramm erreichen ein neues Hoch (Tief).
B) Der Preis korrigiert, das MACD-Histogramm wechselt die Farbe.
C) Der Preis erreicht ein höheres Hoch (tieferes Tief), das MACD-Histogramm jedoch nicht. Sobald das MACD-Histogramm einen kür-zeren Balken ausbildet, ist die Divergenz abgeschlossen.

Darüber hinaus erlaubt der Abstand der MACD-Linie und der Signal-Linie von der Null-Linie Rückschlüsse auf die Kraft eines bevorstehenden Signales.
Der MACD lässt sich insbesondere für das Timing von Einstiegen nutzen, für Ausstiege ist er weniger geeignet. In den Standardeinstellungen 12-26-9 kann er auch intraday genutzt werden, vorzugsweise bis auf ein Zeitfenster von 10 Minuten.
Alternativ kann auch auf Divergenzen der beiden Linien zum Kursverlauf ge-achtet werden.

Der Wochenchart des German30 mit den eingezeichneten Divergenzen, die jeweils gro-ße Trendumkehren ankündigten. Nicht nur das Histogramm wies diese Divergenzen aus – auch die Linien waren divergent zur Kursentwicklung.

Systematische Unterschiede Zwischen Indikatoren

Hinsichtlich der zeitlichen Zuordnung der Signale kann man Indikatoren in Vorläufer und Nachläufer unterteilen.


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