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gandra
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Der Handel mit Hilfe von Pivot-Punkten

on Sat Jun 27, 2015 11:29 pm
Pivot-Punkte werden als Punkte eines „ausgewogenen Kräfteverhältnisses“ zwischen den einzelnen Marktteilnehmern interpretiert. Berücksichtigt wer-den bei ihrer Berechnung das Tages-Hoch, das Tages-Tief und der Tages-schlusskurs. Diese drei werden addiert und die Summe durch drei dividiert. Das Ergebnis ist der Pivot-Punkt.

Daraus errechnet der Technische Analyst zwei darüber liegende Widerstands-niveaus und zwei darunter liegende Unterstützungszonen. Für den Intraday-Trader sind diese Marken deswegen von Interesse, weil es hier oftmals Stö-rungen in der Bewegungsdynamik gibt. So werden bestätigte Pivot-Unterstützungen gern zum Einstieg in Long-Positionen genutzt bzw. ihr Bruch dient als Short-Trigger. An Pivot-Widerständen können sowohl Short-Positionen eröffnet werden, wenn diese nicht gebrochen werden bzw. Long-Positionen eingegangen werden, wenn die Widerstandslinien mit großer Dy-namik durchbrochen werden. Die Arbeit mit Pivot-Punkten bietet sich also für den Day-Trader an, der seine Positionen nur wenige Minuten oder Stunden hält.

Unabdingbar ist aber eine saubere Analyse über die Relevanz der Pivot-Punkte im gehandelten Instrument, denn hierüber gibt es keine verlässlichen allgemeinen Angaben.

Der Fünf-Minuten-Chart des Währungspaares EURUSD am 22. Juli 2009. Deutlich zu erkennen ist, dass der Kurs sich den ganzen Tag über seitwärts zwischen dem Pivot-Punkt (rot) und der ersten Unterstützung (lila) bewegt. Erst am späten Nachmittag bricht er über den Pivot-Punkt aus. Mit Hilfe eines oszillierenden Indikators wäre es möglich, die Swings profitabel in beide Richtungen zu handeln.


Last edited by gandra on Sun Jun 28, 2015 3:43 pm; edited 1 time in total
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gandra
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Re: Der Handel mit Hilfe von Pivot-Punkten

on Sat Jun 27, 2015 11:32 pm
Synergien nutzen – Analyseinstrumente sinnvoll kom-binieren

Wer die Technische Analyse für sich entdeckt, steht vor dem Problem, die „richtige“ Kombination der möglichen Analyseinstrumente für sich zu finden.
Zunächst einmal: Die eine, „richtige“ Kombination gibt es nicht. Vielmehr sollte der Auswahl der Analyseinstrumente eine fundierte Handelsstrategie zugrunde liegen. Und noch einmal muss unterstrichen werden: Technische Analyse ist nicht in der Lage, einzelne Kurse zu prognostizieren. Daher muss ein stringentes Risiko- und Moneymanagement unbedingt praktiziert werden.
Die Chartanalyse gleicht einem routinierten Arbeitsablauf nach einem festen Schema. Der Analyst muss anhand seiner Strategie vorher bestimmen, wo-nach er eigentlich sucht.
Grundsätzlich lässt sich jedoch Folgendes feststellen:

Die Betrachtung eines zu handelnden Instrumentes in mehreren Zeitebenen hat sich bewährt. Zwei bis drei logisch aufeinander aufbauende Zeitebenen sollten untersucht werden. Die Analyse sollte immer vom lang- zum kurzfris-tigen Zeitfenster erfolgen, wobei das letzte, kleinste Zeitfenster jenes ist, in dem die Handelsentscheidungen getroffen werden. Solche Kombinationen können sein:


  • Monats-, Wochen-, Tageschart für den Positionstrader
  • Wochen-, Tages- und Stundenchart für den Positionstrader
  • Tages-, Stunden- und 15-, 10- oder 5-Minutenchart für den Dayt-rader
  • Stunden-, 15-Minuten- und 3-Minuten-Chart für den Daytrader
  • Stunden-, 5-Minuten- und 1-Minuten-Chart für den Daytrader


Die übergeordneten Zeitebenen werden für die Bestimmung des übergeordne-ten Trends genutzt. In diesem Zeitfenster bieten sich auch trendfolgende In-dikatoren an, um die Trendrichtung zu verdeutlichen. In Kombination mit ei-nem Oszillator werden Divergenzen frühzeitig deutlich.

Im Handels-Chart kann dann in Richtung des übergeordneten Trends nach konkreten Handelssignalen gesucht werden. Dies können Rücksetzer im be-stehenden Trend sein, wenn in Trendrichtung eingestiegen werden soll. Ge-nauso ist es aber möglich, nach Divergenzen beginnende Gegenbewegungen zum Einstieg zu nutzen.
Wer mit Indikatoren arbeitet, sollte sich auf maximal fünf Indikatoren be-schränken. Indikatoren funktionieren wie Ampeln an einer Verkehrskreu-zung.

Sie geben alle die gleichen Signale – mehr Ampeln liefern das gleiche Signal eben nur öfter. Außerdem sollten die Indikatoren zu unterschiedlichen Arten gehören – also trendfolgende Indikatoren und Oszillatoren sinnvoll miteinander kombiniert werden. MACD und Stochastik oder RSI beispiels-weise werden häufig kombiniert.

Gelegentlich sollte der Trader seine Charts „aufräumen“. Mit der Zeit kom-men unmerklich immer neue Indikatoren hinzu – schon wird der Chart un-übersichtlich und das eigentlich Wichtige – der Preis – ist kaum noch sichtbar und versinkt in einer Fülle von Informationen.

Eine gute Idee ist es, auf übereinstimmende Indikatorsignale in unterschiedli-chen Zeitfenstern zu warten – diese haben eine höhere Trefferwahrschein-lichkeit, weil Trader unterschiedlicher Zeitfenster zur gleichen Zeit in die glei-che Richtung handeln werden.

Kein Geheimnis: Meine Indikatoren

In meinen Webinaren und Seminaren werde ich immer wieder nach den kon-kreten Einstellungen meiner Indikatoren gefragt. Wenn ich diese nur wider-willig der Allgemeinheit zugänglich mache, hat das nichts mit Geheimniskrä-merei zu tun, wie manch einer vermuten würde. Ich nutze Standardinstru-mente zum Handeln, wie sie in jeder drittklassigen Chartsoftware vorhanden sind.

Vielmehr habe ich diese Indikatoreinstellungen an mein Nervenkostüm ange-passt. Ich weiß, dass ich beispielsweise nicht in der Lage bin, langfristige Trends zu handeln, für mich ist jeder Trend-Trade im Tages- und selbst im Stundenchart ein Akt unerträglichen Leidens. Da ich mit dieser Eigenart mei-ner Persönlichkeit leben muss, habe ich kürzere Zeitfenster mit den entspre-chenden Charts und Indikatoren. Den Preis für den Handel in kürzeren Zeit-fenstern kenne ich ebenfalls: Ich erziele kleinere durchschnittliche Gewinne, habe eine höhere Gebührenbelastung, eine höhere Entscheidungs- und Han-delsfrequenz. Angehende Trader sehen jedoch nicht diese Seite, sondern et-was ganz anderes: Ich kann schneller Gewinne erzielen und auf Richtungs-wechsel im Markt reagieren, kann jeden "Zacken" im Chart handeln. Sie scheitern dann auf Grund fehlender Erfahrung und wollen mir die Verantwor-tung dafür zuweisen.

Und noch ein Grund: Ich bin ein Gegner des Backtesting. Keine einzige Indi-katoreinstellung habe ich per Computer getestet und optimiert. Ich bin dazu zu faul und verfüge nicht über die Fähigkeiten. Ich behaupte: Was in der Ver-gangenheit funktioniert hat, muss in der Zukunft noch lange nicht funktionie-ren, also ist für mich Backtesting verschenkte Zeit. Eine Einstellung, die viele Systemtrader selbstverständlich für falsch halten, womit sie Recht haben.

Wenn ich hier also erstmals in geballter Form all meine Indikatoreinstellun-gen komplett aufliste, geschieht das nicht, um sie als Empfehlung weiterzuge-ben oder ein sorgsam gehütetes Geheimnis zu lüften. Es ist lediglich eine In-formation. Jede Verantwortung für die Funktionstüchtigkeit lehne ich strikt ab und behalte mir Aktualisierungen ausdrücklich vor. Der Trend geht dabei hin zu weniger und einfacheren Indikatoren.
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gandra
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Re: Der Handel mit Hilfe von Pivot-Punkten

on Sat Jun 27, 2015 11:37 pm
Der Wochenchart

- EMA 13 und EMA 26 repräsentieren den Wert auf Quartals- und Halbjahresbasis. Sie begrenzen die Zone der fairen Bewertung (Value Zone, Sweet Zone).
- Alternativ zum EMA 26 gelegentlich auch Keltner-Kanal mit 26 Perio-den Gleitendem Durchschnitt, 26 Perioden ATR und 4 ATR Kanal-breite.
- MACD in den Standardeinstellungen 12 - 26 - 9. Weist frühzeitig auf Divergenzen hin.
- Slow Stochastik in den Einstellungen 14 (%K-Linie), 3 (%D-Linie), 3(Glättungsperiode) und den Extrembereichen 20% und 80%. Visua-lisiert Extremzustände, liefert mögliche Einstiegssignale.

Der Tageschart

- EMA 5 repräsentiert den Wert auf Wochenbasis.
- Keltner-Kanal mit 21 Perioden Gleitendem Durchschnitt, 21 Perioden ATR und 4 ATR Kanalbreite. Alternativ verwende ich gelegentlich auch zwei Kanäle von 3 und 5 ATR Kanalbreite.
- MACD in den Standardeinstellungen 12 - 26 - 9. Weist frühzeitig auf Divergenzen hin.
- Slow Stochastik in den Einstellungen 14 (%K-Linie), 3 (%D-Linie), 3(Glättungsperiode) und den Extrembereichen 20% und 80%. Visua-lisiert Extremzustände, liefert mögliche Einstiegssignale.

Der Stundenchart

Hier werden die Exponentiellen Gleitenden Durchschnitte und die Perioden-einstellungen der Keltner-Kanäle an den handelbaren Markt angepasst. Die Periodenlängen richten sich nach der Anzahl der Handelsstunden pro Tag (höhere Zeitebene) und pro Woche (noch eine Zeitebene höher). Stunden-charts kommen beim Einstieg in Positionstrades zur Anwendung. Im Daytra-ding dienen sie als strategisches Zeitfenster zur Definition der übergeordneten Trendrichtung.
- Aktienhandel Deutschland, Österreich, Amerika:
o EMA 9 repräsentiert den fairen Wert auf Tagesbasis
o Keltner-Kanal mit 45 Perioden Gleitendem Durchschnitt, 45 Perioden ATR und 3 bzw. 5 ATR Kanalbreite.
o MACD s.o.
o Slow Stochastik s.o.
- Forex-, Gold- und anderer 24-Stunden-Handel (S&P)
o EMA 24 repräsentiert den fairen Wert auf Tagesbasis
o Keltner-Kanal mit 120 Perioden Gleitendem Durchschnitt, 120 Perioden ATR und 3 bzw. 5 ATR Kanalbreite.
o MACD s.o.
o Slow Stochastik s.o.
- Index-CFDs, Futures und anderer 14-Stunden-Handel
o EMA 14 repräsentiert den fairen Wert auf Tagesbasis
o Keltner-Kanal mit 70 Perioden Gleitendem Durchschnitt, 70 Perioden ATR und 3 bzw. 5 ATR Kanalbreite.
o MACD s.o.
o Slow Stochastik s.o.

Der 5-Minuten-Chart


Hier treffe ich keine Unterscheidungen mehr zwischen den einzelnen Han-delsinstrumenten, dieser Chart wird nur im kurzfristigen Daytrading genutzt. Währungen werden auf Grund der ausgeprägten Trends nicht in diesem kurz-fristigen Zeitfenster gehandelt, Rohstoffe und Aktien wegen fehlender Liqui-dität ebenfalls nicht.
- EMA 12 repräsentiert den fairen Stundenpreis
- Keltner-Kanal mit 60 Perioden Gleitendem Durchschnitt, 60 Perio-den ATR und 5 ATR Kanalbreite.
- MACD s.o.
- Slow Stochastik s.o.

Der 1-Minuten-Chart

Ich übe im 1-Minuten-Chart im Intraday-Bereich das Trend-Trading. Was im Stunden- und 5-Minuten-Chart wie der Handel einer Bewegung aussieht, wird in einer höheren Zeitauflösung zum Trend-Handel. Daher versuche ich hier, die Trends inklusive der Korrekturen auszuhalten und meine Psyche zu trai-nieren. Indikatoren sind hier nur sehr bedingt aussagekräftig, daher hat die Preisbewegung hier eine noch höhere Priorität als in allen anderen Zeitfens-tern.
- EMA 60 repräsentiert den fairen Stundenpreis und die Trendrichtung
- Slow Stochastik 15 - 3 - 3. Dient als Signalgeber und für Divergenzerkennung.
- MACD (12 - 26 - 9) zum Aufspüren von Divergenzen, insbesondere in den Linien.

Beispiele

In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder vielfältige Analysen er-stellt. Kunden von CMC Markets haben im Forum PLUS wöchentlich ange-wandte Beispiele für verschiedene Technische Analyse-Methoden finden kön-nen. Auch auf meiner Webseite www.gajowiy.com werden permanent neue Trades und die dabei zugrunde liegenden Analysen veröffentlicht. Die nach-folgenden Beispiele sollen praktisch illustrieren, was auf den vorhergehenden Seiten theoretisch abgehandelt wurde.


Bodenbildung gestern und :Ein tief kommt selten allein

12. Februar 2009. Die vergangenen Tage lassen die berechtigte Frage aufkommen, ob der Kursverfall an den Weltbörsen doch noch weitergehen könnte. Um es vorwegzunehmen: Niemand weiß es. Aber manchmal hilft ein Blick in den längerfristigen Chart. Lek-tionen der Vergangenheit kann man für die Gegenwart und Zu-kunft zu nutzen.
Viele kurzfristige Trader nutzen für ihre Chartanalysen nur eine, höchstens zwei kurzfristige Zeitebenen. Der Blick auf das „Große Bild“ kann nicht scha-den, zumal man ihn nur relativ selten vornehmen muss.

Der abgebildete Wochenchart zeigt den Kursverlauf des German30-CFDs von Mitte 2002 bis heute. Interessanter Weise zeigen viele Charts – sei es nun in Aktienindizes oder Einzeltiteln – eine ähnliche Entwicklung. Vergleichen wir die Bodenbildung Ende 2002 – Anfang 2003 mit dem Bild heute.
Im Oktober 2002 erreichte der Markt ein Tief, im März 2003 dann ein tieferes Tief. Die grüne Trendlinie im Preisfenster verdeutlicht dies.

Das tiefere Tief geht einher mit einer bullischen Divergenz im MACD: Dort erreicht das His-togramm beim zweiten Tief vom März 2003 nicht mehr die alten Tiefststände. Für die bullische Divergenz ist also kennzeichnend:
Punkt A: Ein Preistief, begleitet von einem Tief im MACD-Histogramm.
Punkt B: Eine Korrektur, während der das MACD-Histogramm die Farbe von rot auf grün ändert. Den Bären wird „das Rückgrat gebrochen“.

Punkt C: Ein tieferes Preistief, begleitet von einem höheren Tief im MACD-Histogramm.
Die Divergenz ist abgeschlossen, wenn die roten Balken des MACD-Histogramms kürzer werden und der Preis beginnt zu steigen.

Was am rechten Bildrand deutlich wird: Bislang gibt es keine bullische Diver-genz im MACD. Was sichtbar ist, sind lediglich die Punkte A und B. Es wäre nicht verwunderlich, wenn das Tief vom 21. November 2008 noch einmal un-terschritten würde. Der Blick ins Jahr 2003 zeigt, dass zwischen den zwei sig-nifikanten Tiefs fünf Monate lagen, so dass dem Markt noch einige Frühlings-stürme bevorstehen könnten.
Fazit: Die Analyse des Wochencharts zeigt, dass der Abwärtstrend noch nicht zu Ende sein muss. Ideal wäre die Ausbildung einer bullischen Divergenz in den kommenden Monaten. Die Volatilität könnte im Frühjahr noch einmal zunehmen – und die Kurse neue Tiefs testen.
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Re: Der Handel mit Hilfe von Pivot-Punkten

on Sun Jun 28, 2015 12:07 am
Kursziele und korrekturen;Fibonacci im Einsatz


14. Mai 2009. In der vergangenen Woche brach der Bund-Future aus einer einmonatigen Konsolidierungsphase aus und nahm sei-nen Abwärtstrend wieder auf. Mit Fibonacci-Retracements und –Extensionen ließen sich hier Bewegungspotentiale errechnen.

Nach dem Erreichen des Hochs bei 125,63 % am 09.03.2009 bewegte sich der Bund-Future mehrere Wochen seitwärts, um dann bei 121,61 % am 09.04.2009 ein Tief zu erreichen. Mehrere Anläufe in Richtung der alten Hochs blieben erfolglos. Am 7. Mai erfolgte der Ausbruch unter die 121.61.

Für die Kurszielberechnung dieses Abwärtsausbruchs kann man die Fibonac-ci-Zahlenreihe zu Hilfe nehmen: Dazu subtrahiert man den Tiefstwert vom 09. April vom Hoch am 09. März: 125,63 minus 121,61. Das Ergebnis sind 402 Ticks. Davon berechnet man 38,2% und erhält gerundet 152 Ticks. Trägt man diese 152 Ticks an den Tiefststand von 121,61 nach unten an, erhält man ein Kursziel von 120,09. Das Tief am 08. Mai lag bei 120,11 – eine Punktlandung.

Auch für den gegenwärtigen Rücksetzer in Richtung der ehemaligen Unter-stützungslinie lassen sich wieder die Fibonacci-Zahlenverhältnisse nutzen. Dazu betrachten wir den Stundenchart. Der letzte Bewegungsimpuls abwärts vor dem Ausbruch begann am Morgen des 6. Mai bei 122,62 und endete am 08. Mai bei 120,11. Legt man dort das Fibonacci-Zeichenwerkzeug an und zeichnet rückwärts bis zum Beginn des Bewegungsimpulses die Retracements ein, so fällt auf: Am 11.

Mai endete die Aufwärts-Korrektur am 38,2%-Level, konsolidierte am Folgetag im Bereich des 23,6%-Levels und setzte sich am 13. Mai bis in den Bereich des 50%-Levels fort. Am Nachmittag beginnt ein leich-ter Kursabfall, begleitet von bearishen Divergenzen in MACD-Histogramm und Stochastik. Der Morgen des 14. Mai beginnt erwartungsgemäß mit Ab-schlägen. Auf dem Weg zu neuen Tiefs liegen jetzt die Fibonacci-Retracements wieder als Unterstützungslinie vor uns – und können im kurz-fristigen Zeitfenster als Kursziele dienen. Sollte der Bund nach oben ausbre-chen, wäre im Bereich der Maximalkorrektur bei 121,66 ein nächstes Kursziel auszumachen.

Fazit: In liquiden Märkten, wie beispielsweise dem Bund-Future oder im Währungsmarkt, aber auch in liquiden Indizes, liefern Fi-bonacci-Retracements und Fibonacci-Extensionen oft verblüffend genaue Hinweise auf mögliche Kursziele von Korrekturen und Be-wegungsimpulsen in Trendrichtung. Kombiniert werden sollten sie aber immer mit anderen Indikatoren – wie in diesem Chart mit einem Trendfolger (dem MACD) und einem Oszillator (der Sto-chastik).

Korrekturen Gehören Dazu:Keine Gefahr Für Die Trends

04. Juni 2009. Die vergangene Woche war gekennzeichnet von Aufwärtsschüben in allen wichtigen Indizes. Aber auch der Euro stieg wieder über 1,43 US-Dollar, das Gold kratzte an der 1000-Dollar-Marke. Bei vielen Tradern und Anlegern kam Panik auf: Einstieg verpasst?

Ein wichtiges Element jedes Trends ist die Korrektur. Märkte „atmen ein und aus“. Das heißt, nach rasanten Anstiegen folgt eine Verschnaufpause. Uner-fahrene Trader steigen häufig kurz vor Korrekturen in den Markt ein – man könnte ja etwas verpassen. Ein Blick auf die Charts der vergangenen Tage zeigt die Gefahr einer solchen Kaufpanik. Wenn der Trend dann korrigiert, tritt eine neue Angst auf: Die Angst vor dem Ende des Aufwärtstrends, wes-wegen unerfahrene Trader gerade solche exzellenten Kaufgelegenheiten oft verstreichen lassen. Dabei bieten diese die geringsten Risiken.

Seit dem Jahrestief am 9. März läuft der CFD auf den deutschen Leitindex in einer mustergültigen Aufwärtsbewegung. In den Chart eingezeichnet ist der 21-Tage Exponentielle Gleitende Durchschnitt (EMA). Die eingezeichneten grünen Pfeile kennzeichnen die Korrekturen in Richtung des 21er EMA. Jeweils danach boten sich Einstiegsgelegenheiten in Long-Positionen mit einem exzellentes Chance-Risiko-Verhältnis.

Am 2. Juni erreichte der CFD mit 5.175 ein neues Jahreshoch. Der Abstand bis zum EMA betrug an diesem Tag 244 Punkte – so groß war die Euphorie.Diese sollte in den nächsten Tagen der Ernüchterung weichen. Der MACD war bearish divergent, die Korrektur war vorhersehbar. Sie kann ohne weiteres noch einmal die 5.000-Punkte-Marke testen und sogar bis in den Bereich von 4.800 Punkten führen. Dort liegt auch ein 23,6-Prozent Fibonacci-Retracement. Ernsthafte Gefahr lauert erst, wenn das letzte Korrekturtief per Schlusskurs unterschritten wird.

Fazit: Trends zu handeln, ist psychologisch anspruchsvoll. Der Blick in längerfristige Zeitfenster hilft, Korrekturen richtig einzuordnen.Die Handelsentscheidungen werden dann auf untergeordneten Zeitebenen getroffen, Positionen in Trendrichtung eröffnet, wenn ein Ende der Korrektur absehbar ist. Ähnliche Bilder wie im Dax sind derzeit übrigens auch im Gold, im EURUSD oder im Dow-Jones erkennbar.

Der dow im abwärtstrend: Untergang oder auf-erstehung?

09. Juli 2009. Die Abwärtsbewegungen der vergangenen Tage wurde vielfach mit der bevorstehenden Quartalsberichts-Saison in den USA in Zusammenhang gebracht. Ob dies die Ursache für die heftigen Kursverluste der vergangenen vier Wochen ist, ist uner-heblich. Fakt ist, dass beispielsweise der Dow Jones den kurzfristi-gen Aufwärtstrend gebrochen und einen Abwärtstrend ausgebildet hat.

Der Blick auf den Tageschart offenbart: Der Dow Jones hat vom Tief am 6. März bis zum Hoch am 11. Juni (also in gut drei Monaten) 2.413 Punkte oder 37,3% zugelegt. Seit dem 11. Juni hat er per gestern Abend maximal 792 Punk-te verloren – ein Minus von 8,9%. Damit wurde die Aufwärtsbewegung um 32,8% korrigiert. Die Fibonacci-Retracements zeigen, dass das Niveau der technischen Minimalkorrektur (Korrektur um 38,2%) bei 7.958 Punkten liegt und dieses Niveau bislang nicht erreicht wurde. Stattdessen bildete der CFD auf den amerikanischen Leitindex mit dem gestrigen Handelstag einen Ham-mer. Das Überschreiten des Hochs dieses Hammers dient gemeinhin als Trig-ger für das Eröffnen von Long-Positionen.

Gleichzeitig muss aber klar konstatiert werden: Nach dem Jahreshoch hat der Dow zwei tiefere Tiefs und ein tieferes Korrekturhoch gebildet. Nach der Trend-Definition ist damit ein neuer Abwärtstrend entstanden. Um diesen zu brechen, müsste das letzte Korrekturhoch überschritten werden – und dieses liegt bei 8.582. Auf dem Weg dorthin fungiert das 23,6%-Retracement bei 8.311 zunächst als Widerstand.

Angesichts dieser widersprüchlichen Lage empfiehlt es sich, entweder dem Markt ganz fernzubleiben oder nur kurzfristige Positionen einzugehen. Wer mit dem Abwärtstrend handeln möchte, muss im Augenblick einen kurzfristi-gen Kursanstieg abwarten, um dann in Trend-Richtung eine Short-Position zu eröffnen. Dazu lohnt ein Blick in den Stundenchart.

Eingezeichnet wurden zwei bearishe Divergenzen (rote Linien) und zwei bull-ische Divergenzen (schwarze Linien), die jeweils exzellente Handelsmöglich-keiten eröffnet hätten – zweimal in Trendrichtung short, zweimal gegen die Trendrichtung long. Divergenzen treten auf, wenn neue Kurshochs bzw. –tiefs nicht von den Indikatoren (hier die Stochastik und der MACD) bestätigt wer-den. Dies deutet meist auf bevorstehende Impulsumkehren hin.

Fazit: Da die langfristige Chartlage nicht eindeutig ist, empfiehlt es sich, nur kurzfristige Positionen einzugehen. Der Blick in den Stundenchart der vergangenen Tage zeigt eine Reihe von Diver-genzen zwischen Kursverlauf und Indikatoren – hier bieten sich meist gute Gelegenheiten für Trades mit einem günstigen Chance-Risiko-Verhältnis.

Umkehr auf ansage:Divergenzen vom feinsten

15. Juli 2009. Eines der Axiome der Technischen Analyse besteht in der Annahme, dass sich Geschichte wiederholt. Die vergangenen Tage boten eindrucksvolle Belege für diese Annahme: Divergenzen kündeten von der bevorstehenden Aufwärtswende vieler Indizes.

Mehrmals wurden Divergenzen an dieser Stelle bereits diskutiert. Ihr Wesen besteht darin, dass neue Kursextreme – etwa neue Hochs oder neue Tiefs – durch technische Indikatoren nicht bestätigt werden. Der Blick auf den Ger-man30 – den CFD auf den deutschen Leitindex – lieferte in den vergangenen Tagen ein Lehrbuchbeispiel für diese Art der Impulsumkehr.

Betrachtet man zunächst den Tageschart, fällt auf, dass dieser seinen Auf-wärtstrend von Anfang März bis in den Bereich der Fibonacci-Minimalkorrektur um 38,2% korrigierte. Vom 7. Bis 10. Juli konsolidierte das Papier dort. Spannend wurde es am 13. Juli, als der Wert unterhalb des Tages-tiefs vom 10. Juli eröffnete. Der Kursanstieg in den ersten Stunden löst schon auf dem Tageschart einen Long-Trade aus, als das Tief vom 10. Juli von unten nach oben durchhandelt wird.

Beim Blick auf den Stundenchart wird deutlich, dass diese Kursentwicklung nicht wirklich überraschte. Deutlich wird, dass am Morgen des 13. Juli bereits eine bullische Divergenz sowohl im MACD, als auch in der Stochastik zu er-kennen war (schwarze Linien). Trotz der tieferen Eröffnung fallen die Kurse nicht etwa, wie es nach der schwachen Vorwoche zu erwarten gewesen wäre. Sie beginnen zu steigen. Als am Nachmittag mit Eröffnung der amerikani-schen Märkte die Hochs vom 10. und 9.

Juli aus dem Markt genommen werden, setzen sich die Kursgewinne fort. Offensichtlich werden nicht nur Short-Positionen aufgelöst (dann wäre der Kursanstieg dort schnell verebbt), son-dern es kehren echte Käufer zurück in den Markt und Long-Positionen wer-den eingegangen. Die Kurssteigerungen setzen sich ohne ernsthafte Korrektu-ren bis in den späten Mittwochabend fort.

Am rechten Rand des Charts ver-lässt der CFD den Trendkanal nach oben – Euphorie greift um sich. Erkenn-bar ist das auch an einer neuen, dieses Mal bearischen Divergenz. Das Bewe-gungshoch am 15. Juli zum Marktschluss wird nicht mehr von einem Bewe-gungshoch im MACD untermauert. Der Zeitpunkt für einen Long-Einstieg ist zunächst verstrichen, es gilt jetzt, auf eine Korrektur im Stundenchart zu war-ten, um dann mit einem günstigen Chance-Risiko-Verhältnis in Trendrich-tung einsteigen zu können. Abzuraten ist von Short-Trades gegen den sich ge-rade wieder etablierenden, starken Aufwärtstrend.

Zwar wäre eine Korrektur bis in den Bereich von 4.800 Punkten keine wirkliche Überraschung (Mitte-llinie des Trendkanals, 70er EMA im Stundenchart). Aber die Marktstärke der vergangenen Handelstage signalisiert, dass der Aufwärtstrend jederzeit mit eruptiver Kraft wieder aufgenommen werden könnte.

Fazit: So schnell kann sich die Lage ändern. Der Weg in Richtung der 5.000-Punkte-Markte wurde schneller wieder eingeschlagen, als es manch skeptischem Marktteilnehmer lieb sein dürfte. Jetzt heißt es, zunächst eine Korrektur abzuwarten, um dann nahe der Mittellinie des Kanals (blaue Linie) mit geringem Risiko von einer möglichen Aufwärtsbewegung zu partizipieren. Das geduldige Ab-warten erstklassiger Divergenzen ist ein probates Mittel für risiko-arme Trades.

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